Fazit Einmal und nie wieder! Extrem schlecht organisierte und kaum koordinierte Reise. Sightseeing in Moskau gibt es billiger und besser begleitet. Völlig untransparenter Reiseverlauf, der den Gästen offenbar absichtlich vorenthalten wird - man wird ständig “für blöd” verkauft! Der eigentliche Zweck der Reise “Unterwegs mit den Jamal-Nenzen” wird nicht oder nur mangelhaft erfüllt. Anstatt “Nenzen” werden irgendwelche Rentier-Hüter besucht. Anstatt 4 angeboteten Nächtigungen im Tschum lediglich 2. Keine Weiterreise mit den Nomaden. Teilweise völlig ungesicherte und gefährliche Transportetappen. Das Spannendste an der ganzen Reise waren deshalb die unvorhergesehenen Zwischenfälle - aber leider nicht das gebuchte Programm. Absolut unakzeptables Preis/Leistungsverhältnis. Der Veranstalter www.nordrail.com bietet leider - anders als fast alle Internetanbieter - keinerlei Möglichkeiten, Reiseeindrücke, Lob, Empfehlungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge direkt auf der Webseite zu veröffentlichen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, diese Seite für Gästebewertungen zu erstellen. Gerne nehmen wir auch Ihren Reiseerfahrungen hier auf. Senden Sie uns dazu Ihren Bericht mit Angabe der Reisedaten per Email
Reisebewertung                                   Nicht empfehlenswert
Was gebucht und bezahlt wurde Tag 01 Moskau Linienflug ab vielen europaeischen Flughaefen nach Moskau, Begruessung durch Ihren Reiseleiter am Flughafen und Transfer zu Ihrem sehr guten Mittelklassehotel im Zentrum der Hauptstadt. Moskau liegt auf dem 55. Breitengrad, so wie auch Nordirland, Sylt, Bornholm oder die Nordspitze vom Baikalsee, Ihre Reise wird Sie in den hohen Norden fuehren, noerdlich des 65. Breitengrades. Am Abend Welcome-Dinner nach russischer Art. UE Hotel. Tag 02 Moskau Panorama & Roter Platz Nach dem Fruehstueck unternehmen Sie einen Ausflug zum Moskau Internationalen Handelszentrum “Moskva-City”, von hier haben Sie in 250 Metern Hoehe einen atemberaubenen Panoramablick ueber Russlands Hauptstadt. Moskau Panorama. Anschliessend Rundgang ueber den Roten Platz mit Basilius Kathedrale, vorbei am Kreml bis zum Alexandergarten mit Mittagessen. Am fruehen Abend Beginn Ihrer Polarreise mit dem Zug “Polarpfeil”, Bahnreise in der 2. Klasse 4 Bett Abteil, Abteil mit 2 Personenbelegung ist buchbar, Aufpreis). UE Zug Tag 03 Richtung Norden Und weiter geht Ihre Reise Richtung Norden, immer nach Norden, die Sonne will im Sommer gar nicht mehr untergehen. An jedem Bahnhof tauschen die Reisenden Neuigkeiten aus, es werden schnell ein paar Geschaefte erledigt oder Reiseproviant eingekauft. UE Zug Tag 04 Polarkreis und Ural Am Morgen erreichen Sie den Abzweigbahnhof Tschum, hier beginnt die Transkontinentale Polarkreis Eisenbahn. Mittags ueberqueren Sie den hier bis zu 2000 Meter hohen Ural und damit die Grenze zwischen Europa und Asien. Nach 2280 km Bahnfahrt erreichen Sie Labytnangi am Fluss Ob am Abend. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand am Ort der heutigen Stadt ein Lagerplatz der nomadisierenden Chanten. „Lapyt Nangk“ steht auf chantisch fuer „sieben Laerchen“, und so heisst auch Ihr Hotel, im Zentrum der Stadt gelegen. Ihre Zimmer sind ausgestattet mit Bad/Dusche und WC. UE Hotel. Tag 05 Labytnangi – Salekhard & die Jamal - Nenzen Salechard liegt mit rund 42.500 Einwohnern an den Ufern des Flusses Ob. 1595 als Kosakenfestung errichtet, trug die Stadt bis zum Jahre 1933 den Namen Obdorsk - Ort am Ob. Salekhard aus der nenzischen Sprache entnommen, bedeutet soviel wie „Siedlung am Kap“. Ihre Abholung erfolgt frueh am Morgen, zunaechst werden Sie mit einem Jeep ca. 80 km gefahren, je nach Jahreszeit Richtung Sueden oder Norden. Da unsere Reisen unmittelbar vor bzw. nach dem Transport der Schulkinder erfolgen, befinden sich Ihre Nomadenfamilien nicht zu weit entfernt, somit sind nach der Jeepfahrt noch ca. 40-60 km mit dem Kettenmobil zurueck zu legen. Ihre Ankunft bei Ihrer Nenzenfamilie wird am Nachmittag erwartet, Sie beziehen Ihren Tschum und werden mit nach alter Tradition zubereiteten Naturprodukten bewirtet. UE Tschum Tag 06 Unterwegs mit den Jamal Nenzen Der Alltag der Nomaden bestimmt Ihren Tagesablauf. So verbringen Sie Zeit in und um den Tschum, bei der Herde von ca. 3500 Rentieren und werden  wenigstens einmal mit Ihrem Rentier-Herde Trek weiter ziehen: Zunaechst folgen Sie einem alten Ritual und ziehen einmal im Kreis und folgen so symbolisch dem Lauf der Sonne. Tag 07 Unterwegs mit den Jamal Nenzen Tag 08 Unterwegs mit den Jamal Nenzen Zusammen mit Ihrer Nomadenfamilie ziehen Sie mit bis zu 40 Schlitten durch die Tundra, die von insgesamt bis zu 400 Rentieren gezogen werden, zusammen nach dem Abbau des Lagers mit allem Hab und Gut zu einem naechsten Rastplatz, 10-15 km koennen so an einem Tag geschafft werden, bis das neue Lager wieder aufgebaut wird. UE Tschum Tag 09 Salekhard Mit dem Kettenmobil, Jeep oder Snowmobile fahren Sie heute zurueck nach Salekhard. UE Hotel Tag 10 Reservetag Der Reservetag dient organisatorisch bedingten Wartezeiten und wird wahrscheinlich in Salekhard stattfinden: In diesem Fall unternehmen Sie eine Besichtigung durch die restaurierte Kosakenfestung und das Museum der Voelker des Nordens. Weiterhin sehen Sie das Polarkreisdenkmal sowie das Denkmal Projekt 501, das an die unter Stalin fast fertig gestellte Stalinbahn vom Ob an den Jenissej erinnert. Mittagessen in einem Panorama Restaurant mit wunderschoenen Blick ueber Salechard. UE Hotel Tag 11 Rueckreise Nach dem Fruehstueck Transfer zum Flughafen Salekhard und Rueckflug via Moskau.
Was wir tatsächlich erlebten Tag 01 Moskau Ankunft in Moskau. Abholung durch einen Taxifahrer, der außer Russisch keine andere Sprache spricht und auch das Hotel nicht findet. Als er uns in der Nähe eines Parks absetzen will, greifen wir zur Buchungsbestätigung und finden gemeinsam mit seinem Navi doch noch das Hotel. Am Abend treffen wir die Reiseleiterin, die uns in das sehr einfach gehaltene Hotelrestaurant bringt, zwischen Schwein mit Kartoffeln und Huhn mit Kartoffeln wählen lässt, explizit darauf aufmerksam macht, dass alle Getränke selbst bezahlt werden müssen, die Bestellung aufgibt und sich daraufhin flugs wieder verabschiedet. Tag 02 Moskau Panorama & Roter Platz Ausgiebige Besichtigung vieler Sehenswürdigkeiten. Die Reiseleitung verabschiedet sich gegen 16 Uhr und der Rest des Tages steht uns “zur freien Verfügung”. Mangels Russisch-Kenntnissen bemühen wird das Internet nach einer Restaurant-Adresse. In der Nähe des Hotels finden wir ein nettes Lokal an einem Teich. Zweite Übernachtung im Hotel. Angeblich gäbe es bei der Abholung durch die Nenzen ein Problem, sodass wir einen Tag mehr in Moskau verbringen müssen. Tag 03 Moskau Bootsrundfahrt auf der Moskwa Eindrucksvolle Kulisse. Ein russischer Guide erklärt stundenlang jedes Gebäude - auf Russisch. Unsere Reiseleiterin schweigt konsequent. Die Kremlmauer erkennen wir von selbst. Die Bestimmung & Herkunft vieler anderer Bauten bleibt für uns im Dunklen. Die Zeit bis zur “Polarpfeil” Abfahrt haben wir dann zur freien Verfügung und decken uns mit Proviant ein. Um 22:00 Uhr abends beziehen wir unser sehr sauberes und geräumiges Abteil in der 2. Klasse, das wir gegen einen Aufpreis von € 250,-/Person in weiser Voraussicht gebucht hatten. Tag 04 Richtung Norden Und weiter geht die Reise Richtung Norden. Eher “nebenbei” erfahren wir, dass wir nicht in Labytnangi, sondern schon etwa 600km früher - in Seida - aussteigen werden. Warum, ist trotz Rückfragen nicht eruierbar. Tag 05 Ankunft & Übernachtung in Seida Gegen 13:00 Uhr erreichen wir den Ort Seida, der lediglich aus einigen verfallenen Gebäuden an einem Fluss besteht. Unterbringung in einer Art Herberge. Keine Spur von Nenzen oder Rentieren. Warum wir hier einen weiteren Tag “opfern” müssen, erfahren wir einfach nicht. Einige sehr freundliche und bemühte Russen bringen uns mit Booten zum gegenüberliegenden Ufer. Dort befände sich angeblich eine “heilige Stätte der Samojeden”. Der Stein, den wir nach 1 Std Fußmarsch erreichen, entpuppt sich als Betonbrocken aus einer Gazprom-Baustelle. Fragen nach der “Samojeden-Stätte” werden einfach ignoriert. Am Rückweg Outdoor-Picknick mit herrlichem Blick über die Taiga. Abendessen & Übernachtung in der Herberge. Tag 06 Weiterfahrt nach Labytnangi In einer sehr langwierigen Prozedur werden unsere Tickets am Bahnhof Seida neu ausgestellt. Der Zug trifft ein und ist ziemlich dicht belegt. Trotz Aufzahlung verbringen wir die nächsten 6 Std nach Labytnangi im überfüllten 3. Klasse Abteil. Abendessen und Übernachtung im Hotel Labytnangi. Tag 07 Fahrt zu den “Nenzen” Abholung am Vormittag. Mit zwei imposanten Offroad-Fahrzeugen fahren wir durch die Tundra. Kurze Pause anlässlich eines Achsbruchs, der jedoch umgehend repariert wird. Ab frühen Abend stehen wir an einem Fluss an. Am gegenüberliegenden Ufer sind zwei Zelte, Nomaden, Schlitten und viele Rentiere erkennbar. Nach 7 Tagen haben wir unser Ziel (fast) erreicht. Die Eisdecke des Flusses ist durch den Wärmeeinbruch der letzten Tage rissig geworden. Der Nomadenhäuptling holt uns ab und wir balancieren unser Gepäck über die Eisschollen - Einbruch und durchnässte Kleidung inklusive. Endlich im Tschum angelangt. Kleiderwechsel und anschließende Begrüßung durch den “Brigadier” (Stammesführer). Leider sind wir nicht bei einem Nenzen-Stamm gelandet, sondern bei den “Komis”, einem Nomadenstamm, der mit den Nenzen - außer den Rentieren - ethnisch überhaupt nichts gemeinsam hat. Wen es auch nicht stört, z.B. anstatt bei einem Schweizer Bergbauern bei den Ostfriesen Rinder zu hüten, hat dabei kein wirkliches Problem. Nach monatelangem Literaturstudium der Nenzen-Ethnologie und der Gebräuche & Sitten dieser Ur-Samojeden müssen wir jedoch feststellen, dass wir zu mindestens in diesem Punkt das Ziel unserer Reise eindeutig verfehlt haben. Zur Begrüßung wird ein junges Rentier geschlachtet und die rohe Leber verzehrt. Anschließend kreist die mitgebrachte Flasche Wodka im Tschum und der Blick des Häuptlings wird immer glasiger. Nach Mitternacht fehlt er plötzlich im Zelt. Wir finden ihn stockbetrunken & kotzend draußen in Rentierfelle und Plastikplanen gewickelt. Die Sonne geht nicht wirklich unter und beleuchtet das eigenartige Szenario. Später finden wir noch weitere leere Wodkaflaschen rund um das Zelt verteilt - der “Brigadier” hat ein offensichtliches Alkoholproblem. Wir begeben uns gut gepolstert auf Rentierfellen & Schlafsäcken im Tschum zur Nachtruhe, die lediglich von einigen stark schnarchenden Mitreisenden gestört wird. Tag 08 Bei den Komi Der Häuptling schläft bis am späten Nachmittag seinen Rausch aus. Dann wirft er den Dieselgenerator an um seinen Laptop mit Strom zu versorgen. Zusammen mit seinem 5 jähriger Sohn konsumiert er bis in den späten Abend einen Brutalo-Film nach dem anderen. Die Gäste vertreiben sich inzwischen mit Spaziergängen zwischen den zahlreichen Schlitten und in der näheren Umgebung die Zeit. Defekte TV-Monitore und anderen Technikschrott, der im Freien herumliegt, ignorieren wir. Von einem Umzug des Lagers ist in keiner Phase die Rede. Über die inkompetente Reiseleiterin sickert lediglich durch, dass wir bereits am nächsten Vormittag wieder zur Abreise abgeholt werden. Beschwerden über die Nichteinhaltung des gebuchten Reiseprogramms (4 Nächtigungen im Tschum, mindestens einmal Weiterziehen!!!) sind zwecklos, da sie einfach nicht beantwortet werden. Tag 09 Abreise Um 10 Uhr stehen wir mit marschbereitem Gepäck vor dem Zelt. Am anderen Ufer tauchen wieder die Offroad-Fahrzeuge auf, um uns abzuholen. Der Fluss ist aber inzwischen eisfrei. Lediglich mächtige Eisschollen treiben ab und zu vorbei. Nach 5 Std  - gegen 15 Uhr - gelingt es dem Offroad-Team endlich, mittels eines kleinen Plastikboots überzusetzen. In einer spannenden Aktion wird ein Gast nach dem anderen ans andere Ufer gebracht. Am späten Nachmittag beginnt die Heimreise durch die Tundra. Um ca. 22 Uhr Ankunft in Labytnangi. Überfahrt über den Ob nach Salekhard. Alle Restaurants haben bereits geschlossen. Auch im netten, kleinen Hotel gibt es nichts mehr zu Essen. Die Reiseleitung besorgt Brot und Aufstriche aus einem Supermarkt und begibt sich anschließend zur Nachtruhe. Wir verzehren unser spärliches Abendessen im Zimmer. Tag 10 Salekhard Sightseeing. Abends Restaurantbesuch zusammen mit der Reiseleitung. Übernachtung im Hotel. Tag 11 Abreise Transfer zum Flughafen. Flug nach Moskau. Das Gepäck der Reiseleiterin läuft als erstes vom Band. Sie verabschiedet sich daraufhin unverzüglich. Glücklicherweise kommt auch unser Gepäck etwas später wohlbehalten an und wir checken problemlos für den Rückflug ein.
Impressum: Sicheritz Helmut * 2325 Himberg * Münchendorferstr. 14 * Österreich
Update November 2016 Meine Beschwerde-Emails an www.nordrail.com und den eigentlichen Veranstalter www.ruscenter.de blieben alle unbeantwortet. Erst nachdem ich diese Webseite Online stellte, kam eine Reaktion: ________________________________________ Von: Nord Rail [mail@nordrail.com] Gesendet: Dienstag, 01. November 2016 21:14 An: Sicheritz, Helmut Betreff: nordrail.eu Sehr geehrter Herr Sicheritz, wir haben Ihre website nordrail.eu zur Kenntnis genommen. Wir haben bei ADR, zustaendig fuer eu.domains, inzwischen Beschwerde eingereicht, da Sie diese domain nur aus dem Grunde registriert haben, um einen Schaden zuzufuegen, also aus einer boesglaeubigen Absicht. Wir haben weiter Anzeige erstattet, dass Sie Fotos veroeffentlichen im Internet auf Ihrer Seite von Personen, die nicht eingewilligt haben, Sie haben keine Bildrechte. Weiter fehlt bei Ihnen ein Impressum, die Verschleierung Ihrer tatsaechlichen Identitaet auf Ihrer website hat zur Folge, dass wir Strafanzeige stellen werden. Weiter bereiten wir gerade vor, dass wir -in eigener Sache- ueber diesen Bericht ueber alle unsere websites ueber Sie berichten werden und deutlich zum Ausdruck bringen werden mit allen keywords, etc, ob Sie eigentlich eine Kompetenz haben koennen, ein Berater zu sein und/oder ein Sachverstaendiger eines Gerichtes, und glauben Sie mir, wir haben so viele Internetseiten, da machen wir doch einen Bericht ueber Sie auf jeder Seite und dann googlen Sie doch einfach Ihren Namen einmal in 1 Monat, T.Konakova Update September 2017 Die Webseiten www.nordrail.com und auch www.ruscenter.de sind inzwischen nicht mehr in Funktion. Wenn Sie jedoch abenteuerlustig sind, können Sie die Nordrail-Reisen jetzt unter www.baikal-rail.com buchen. Laut “Who Is” Abfrage wird die Domain vom ehemaligen www.ruscenter.de Inhaber betrieben!